Vergiss mein nicht – das soziale Köln!
Mit der Aktion "Vergiss mein nicht - das soziale Köln" erinnerten die Geschäftsführer der sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege an die Bedeutung einer funktionierenden sozialen Infrastruktur für alle Kölnerinnen und Kölner.
Vor der Ratssitzung am 26. Mai warnte die LIGA davor, Kürzungen im Sozialbereich in 2012 fortzuschreiben. Als freundlichen Gruß und „Merkposten“ wurden dem Oberbürgermeister und den Ratsmitgliedern „Vergissmeinnicht-Blumentöpfchen“ und ein offener Brief überreicht.
Der offene Brief im Wortlaut:
Offener Brief an den Oberbürgermeister und die Ratsmitglieder der Stadt Köln"Vergiss mein nicht – das soziale Köln!“
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Ratsmitglieder,
„Vergiss mein nicht – das soziale Köln!“ Mit dieser Erinnerung möchten wir, die LIGA der Wohlfahrtsverbände, Sie an unsere gemeinsame Aufgabe, die Gestaltung eines sozialen und damit zukunftsfähigen Kölns, erinnern. Sie haben dankenswerterweise von den ursprünglich für das Haushaltsjahr 2010/11 geplanten hohen Kürzungsansätze im Sozial-, Jugend-, bildungs- und Gesundheitsetat Abstand genommen. Nicht zuletzt durch gemeinsame Kraftanstrengungen konnten wir die verbleibenden Mittelkürzungen vorübergehend abfedern.
Nichtsdestotrotz haben die im Oktober 2010 beschlossenen Kürzungen zu erheblichen Belastungen in der Trägerlandschaft geführt. Diese schlagen nur aufgrund des Engagements und des überdurchschnittlichen Einsatzes der Mitarbeiter vor Ort nicht mit voller Wucht auf die Betroffenen durch. Dass aus dieser Anstrengung kein Dauerzustand werden kann, stand bei allen unseren Gesprächen mit Ihnen bisher außer Frage. Dass erste Verlautbarungen zur Erstellung des Haushaltsentwurfs 2012 jetzt eine Fortschreibung der Kürzungen befürchten lassen, macht uns große Sorgen. Wir haben in den gemeinsamen Gesprächen, auch in Ihren Haushaltsreden doch deutlich die Absicht vermittelt bekommen, dass diese Kürzungen kein Dauerzustand sein sollen.
Deshalb möchten wir Sie mit unserer heutigen Aktion an die Bedeutung und die Wichtigkeit einer funktionierenden sozialen Infrastruktur erinnern und bitten Sie, sich im Vorfeld von Haushaltsfestlegungen um Alternativen einer wohl beabsichtigten Fortschreibung der Kürzungen zu bemühen.
Denn: Sollten Sie sich für eine Verstetigung der derzeitigen Kürzungen im sozialen Bereich entscheiden, wird es unweigerlich zu einer spürbaren Absenkung von Qualitätsstandards kommen. Fachkräfte sind unter diesen Rahmenbedingungen nicht weiter zu finanzieren. Egal, ob bei der Schulkindbetreuung oder in der Seniorenarbeit, der Weg von einer anspruchsvollen Betreuung zu einer bloßen Verwahrung ist vorgezeichnet. Die ohnehin schon bestehende soziale Segregation wird sich verschärfen. Von einer nachhaltigen Sozialpolitik, die allen Menschen Teilhabe ermöglicht, kann dann keine Rede mehr sein.
Wäre eine solche Entwicklung in Ihrem Sinne? Sollte nicht auch in Zukunft jeder Kölner Bürger unabhängig von seinem sozialen Status ein Recht auf eine gute und qualifizierte soziale Infrastruktur haben? Bitte bedenken Sie bei Ihren Entscheidungen: Die Bedingungen für die Zukunft werden heute geschaffen.
In diesem Sinne: Kölner und Kölnerinnen gestalten Zukunft – Gemeinsam für ein soziales Köln.
Mit freundlichen Grüßen
Monika Dierksmeier
Sprecherin der Liga der Wohlfahrtsverbände
Geschäftsführerin Der Paritätische Köln
gez. gez.
Ulli Volland-Dörmann Peter Krücker
Geschäftsführerin AWO Köln Vorstand Caritasverband Köln
gez. gez.
Helga Blümel Marc Ruda
Geschäftsführerin Diakonie Köln und Region Geschäftsführer DRK Köln
gez.
Benzion Wieber
Geschäftsführer Synagogengemeinde Köln












